Minden. Am Sonntag, 2. Februar, beginnt um 19 Uhr im Gemeindehaus der Evangelisch-Reformierten Petri-Gemeinde in der Ritterstraße 5-7 in Minden die Lesereihe „Kinder Kakaniens. Jüdische Autor:innen der Moderne“ mit einer kommentierten Lesung aus dem Werk Stefan Zweigs (1881-1942).

Zweig war einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Generation und schuf vor allem mit seinen Lebenserinnerungen „Die Welt von gestern“ ein Zeitdokument, das bis heute aufklärt und bewegt. In diesen Memoiren führt Zweig vor Augen, wie unvorstellbar im Wien seiner Jugend die Höllen waren, die folgten.

Sensibel zeichnete er die Verfinsterung Europas und seinen Weg ins Exil nach. Dort schrieb er über Erasmus, Luther und Calvin. Aber nicht um die Vergangenheit geht es dabei, sondern um Zweig selbst, um „Triumph und Tragik“ des freien Geistes in Zeiten einseitigen Lagerdenkens, populistischer Bewegungen und gewalttätiger Machtkämpfe. Zweig beging schließlich Suizid.

Frank Meier-Barthel von der Evangelischen Erwachsenenbildung (Foto) wird Passagen aus Zweigs Werken und Briefen rezitieren und sie kurz und prägnant in ihren biographischen und geschichtlichen Zusammenhang setzen.

Die Reihe „Kinder Kakaniens“ entführt in die Welt der namensgebenden österreich-ungarischen „k.u.k“-Monarchie mit der vielfältigen, oft jüdisch geprägten Kultur und Lebenswelt des alten Mittel- und Osteuropas. Die vierteilige Lesereihe ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden und weiterer Partner in der Region. Der zweite Teil wird sich am 3. März ab 19 Uhr im Bürgerhaus Porta Westfalica dem Journalisten Theodor Herzl widmen.

Der Eintritt zu allen Lesungen ist frei. Weitere Informationen gibt es bei Frank Meier-Barthel unter E-Mail: frank.meier-barthel@kirchenkreis-herford.de oder Mobil: 0174 – 93 79 572.